|
|
 |
|
|
Biografie |
|
|
|
Robert Riehl wurde 1924 geboren und hatte von
1940 bis 1943 an der Akademie der
Schönen Künste in München bei Josef Thorak Bildhauerei studiert, bis 1945 war er
Soldat in Frankreich und anschließend in Viernheim, seiner Geburtsstadt, als
Bildhauer tätig. 1951 übersiedelte er nach Berlin (Ost).
An der Akademie der Künste bringen ihm seine Begabung, seine Respekt- losigkeit,
seine Genuss- und Kontaktfreudigkeit gute Beziehungen zur künstlerischen und
politischen Prominenz ein, aber auch Kritik und Missbilligung. Er lebte
zeitweise ausgesprochen exzessiv, infolge dessen musste er zusammen mit einigen
anderen Meisterschülern 1953 die Akademie verlassen. Zuvor hatte er in einer
Konzeptionsgruppe der Bauakademie den ersten Preis im Wettbewerb um ein Denkmal
für das KZ Buchenwald gewonnen. Der Entwurf ist aber nicht aus- geführt worden.
1953 erteilte die Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten (der Vorläufer
des Kulturministeriums) Robert Riehl einen Auftrag zur Schaffung von vier
Großplastiken für die Magistrale in Stalinstadt (heute Eisenhüt- tenstadt). Riehl
zieht nach Stalinstadt und entwickelt ein Konzept zur künstlerischen
Ausgestaltung des bereits fertiggestellten Teils der neu erbauten Stadt. 1955
besichtigt eine Kommission die vier begonnenen, aber nicht vollendeten Plastiken
und entzieht Riehl den Auftrag. Als Grund wird der unzureichend ausgebildete
›Sozialistische Realismus‹ genannt. Robert Riehl verlässt fluchtartig die Stadt
und gerät auf dem Wege nach Berlin in einen Verkehrsunfall mit sowjetischen
Militärfahrzeugen. Die Folge ist ein mehrmonatiger Krankenhausaufenthalt und die Invalidisierung. Riehl erhält eine relativ hohe Invalidenrente. Seit
1956 lebt
und arbeitet Riehl wieder in Berlin. Die Arbeit an monumentalen Plastiken ist
nur noch bedingt möglich, er schafft eine Reihe von Porträt- und Kleinplastiken.
1962 beteiligt er sich an der Ausstellung »Junge Kunst – Graphik und Plastik«
der Akademie der Künste, die von Fritz Cremer initiiert war und von den
SED-Kulturfunktio- nären massiv angefeindet wurde. Durch die Invalidenrente
finanziell abgesichert verzichtet Riehl nun weitgehend auf Ausstellungen und
Aufträge. Er lebt überwiegend in seinem Sommerhaus in Scaby bei Frieders- dorf,
südöstlich von Berlin, wo er ein leerstehendes Gutsgebäude als Atelier und
Wohnung nutzt. Wegen ›staatsfeindlichen Schwadronierens‹ wird ihm Anfang der
60er Jahre die Invalidenrente um ein Viertel gekürzt und er wird unter die
Beobachtung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR gestellt. 1976 erliegt
Robert Riehl einem Krebsleiden.
|
|
|